Mama McCool und ihre Regenbogenfamilie auf Instagram

Lass uns ein Baby machen

Aktualisiert: 25. Juni 2018




Wann ist der passende Moment, um über´s Kinderkriegen zu sprechen? Mein Eindruck ist, dass dieses Thema in Hetero-Beziehungen relativ früh abgecheckt wird. Gut so! Immerhin kann man sich im Anschluss an dieses Gespräch auch direkt über das Pro und Contra von Verhütung unterhalten. Außerdem kann man den Eltern und Schwiegereltern bei der nächsten dezenten Nachfrage, wie es denn mit Enkelkindern aussehe, zumindest sagen, dass man bereits darüber gesprochen habe.


Bei Lesben ist es anders. Mich hat nie jemand bei Oma Luzies Geburtstag oder an Weihnachten gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Kinder zu haben. Als geoutete Lesbe schien meine Zukunft aus Sicht meiner Verwandten besiegelt zu sein: Langzeitbeziehung, keine Kinder, bestimmt mal sehr viele Katzen!


Im Gegensatz zu meinen heterosexuellen Brüdern hatte ich also meine Ruhe. Schön.


Nikki und ich sprachen erst nach etwa fünf Jahren über Kinder. Warum? Weil es bei mir kribbelte! Mit knapp 31 Jahren hörte ich meine biologische Uhr ticken! Die war echt laut! Und plötzlich war er da: der ganz große Kinderwunsch. Meine Liebste schaute mich zunächst extrem entgeistert an, bat um kurze Bedenkzeit und kam aus dieser mit einer wunderschönen Liebeserklärung und einem herzlichen JA zurück.


Also los: Lass uns ein Baby machen!


Aber wie?


Da wir damals noch keine anderen Regenbogenfamilien kannten, informierten wir uns – so gut es ging – über die verschiedenen Möglichkeiten im Internet. Durch die damalige Rechtslage war das Ganze noch ein wenig undurchsichtiger und komplizierter als heute. Schnell stand für uns fest: Wir möchten den Vater des Kindes persönlich kennen, eine aktive Papa-Rolle soll er aber nicht übernehmen. Also machten wir uns auf die Suche nach "Mr Right".


Ohne große Hoffnung meldeten wir uns in einem Portal an, das Spender und Mama in Spe zusammen bringen sollte. Wir erwarteten schmierige Anmachen, Penis-Fotos und unseriöse Angebote. Zu unserer Überraschung gab´s davon aber nur ganz wenig ;) Tatsächlich tummelten sich dort viele nette Männer, die die Sache sehr ernst nahmen. Mit dreien haben wir uns verabredet: einmal bei Starbuck´s, einmal in einer Cocktail-Bar, einmal bei McDonald´s.


Starbuck´s war ein Student, der einige Jahre jünger als wir war. Kluger Typ mit gutem Aussehen – und mit bereits 29 Kindern ...


Der Mann in der Cocktailbar war schwul und Single. Erfolgreicher Business-Man, der Kinder liebt. Klingt gut, aber der Funke sprang nicht so recht über.


Mr. McDonald´s war ... einfach toll. Mehr mag ich gar nicht preisgeben ;)


Nun hatten wir ihn also gefunden – Mr. McDonald´s war unser Mr. Right!

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